Typische Rebsorten der Deutschschweiz

Wegen der nördlichen klimatischen Bedingungen müsste die Anzahl der Rebsorten, die in diesen Regionen zur Reife gelangen können, relativ tief sein. Doch die 17 kantonalen AOC erlauben eine völlig masslose Zahl von Rebsorten: 145 der insgesamt 167 in den Schweizer AOC erlaubten Sorten (ohne Direktträger bzw. Hybriden), also 86,8%!

Es mag überraschen, aber es ist der Kanton Zürich, der mit 85 autorisierten Rebsorten an der Spitze steht! Damit übertrumpft er Thurgau und Schaffhausen mit je 67 Rebsorten. Zum Vergleich: Der Kanton Waadt zählt 66 und das Wallis «lediglich» 57. Diese Zahlen sind exorbitant! Wie soll man bei einer solchen Vielfalt den Konsumenten eine klare Botschaft übermitteln? Vor allem , wenn man weiss, dass das Elsass, dessen Rebfläche etwa gleich gross ist wie die der ganzen Schweiz, nur zehn Sorten zulässt…

Aus diesem Rebsorten-Dschungel stechen einige identitätsstiftende Sorten hervor, die wir kurz beschreiben möchten.

Die 145 durch kantonale AOC autorisierte Rebsorten in der Deutschschweiz

Mit der Liste der autorisierten einheimischen Rebsorten.

Die 145 durch kantonale AOC autorisierte Rebsorten  in der Deutschschweiz

 

Der Completer, die Kostbarkeit aus der Bündner Herrschaft

Die alte, 1321 in Malans bei Chur erstmals erwähnte Bündner Rebsorte Completer hat ihren Namen vom Abendgebet, dem Completorium, nach welchem die Benediktinermönche jeweils schweigend ein Glas zu trinken pflegten. Im Oberwallis brachte die Completerrebe die Lafnetscha hervor, mit der sie häufig verwechselt wurde. Unter dem Einfluss des Föhns ergibt die spätreifende Completer mächtige, reichhaltige Weine, denen ihre markante Säure ein grosses Alterungspotential verleiht. In den 60er-Jahren galt Completer als beinahe ausgestorben. Heute wird die seltene Sorte überwiegend in Graubünden, aber auch in Zürich und seit kurzem im Wallis angebaut.

Blauburgunder, der Pinot Noir an seinem Zweitwohnsitz

Die alte nordostfranzösische Rebsorte Pinot Noir (Blauburgunder) stammt wahrscheinlich aus dem Burgund und wurde dort bereits 1375 erwähnt. In der Schweiz ist der Pinot Noir seit 1472 im Kanton Waadt unter der Bezeichnung Servagnin nachgewiesen. Ab 1775 war die Varietät in der Waadt und in Neuenburg als Salvagnin bekannt, im Kanton Neuenburg seit 1754 auch unter den Namen Técou und Cortaillod, während sie sich im Wallis ab 1848 als Petite Dôle ausbreitete. Um 1630 sollen junge Bündner Söldner und Bauernsöhne den Blauburgunder (alias Pinot Noir) aus dem Burgund mitgebracht haben, so will es die Legende. Die früh reifende, wenig produktive Sorte ist die in der Schweiz am häufigsten angebaute Varietät. Ihre Weine von internationaler Statur überzeugen mit Erdbeernoten und sind in der Regel frisch und elegant.

Räuschling, Rarität vom Zürichsee

Die alte deutsche Rebsorte Räuschling aus dem Landkreis Landau (Rheinland-Pfalz) wurde 1546 erstmals erwähnt und war einst auch in Württemberg, im Elsass sowie im Norden der Schweiz verbreitet. Der Name soll sich vom robusten Laubwerk des Rebstocks ableiten, das im Wind besonders kräftig rauscht. Genanalysen zufolge handelt es sich beim Räuschling um eine spontane Kreuzung zwischen den Sorten Gouais Blanc und Savagnin, die im Mittelalter in Europa weit verbreitet waren. Die Räuschling-Rebe ist inzwischen fast vollständig aus ihrer Herkunftsregion verschwunden und nur noch in der Deutschschweiz anzutreffen (Zürich, Sankt Gallen, Schwyz). Die aus Räuschling gekelterten Weine sind leicht, besitzen eine schöne Säure und bieten delikate Zitrusnoten, zweifellos das Erbe der Elternsorten.

Müller-Thurgau, zu Unrecht Riesling×Sylvaner genannt

Lange Zeit galt die 1882 in Deutschland vom Schweizer Rebforscher H. Müller gezüchtete Rebsorte Müller-Thurgau irrtümlich als Kreuzung zwischen Riesling und Sylvaner. Genanalysen aus dem Jahr 2000 haben jedoch gezeigt, dass es sich in Wirklichkeit um eine Kreuzung von Riesling und Madeleine Royale handelt. Trotzdem blieb die irreführende Bezeichnung Riesling×Sylvaner oder Riesling-Sylvaner in der Schweiz erhalten, wo diese früh reifende, ertragsreiche und gegen Pilzerkrankungen anfällige Rebe leichte, aromatische und oft wenig komplexe Weissweine ergibt. • Dr. José Vouillamoz

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