Genf

Mit seinen 1391 ha (Zahlen von 2020) ist der Kanton Genf flächenmässig die viertgrösste Weinregion der Schweiz, hinter dem Wallis (4766 ha), der Waadt (3787 ha) und der Deutschschweiz (2656 ha). Genf ist zu 56% mit roten und zu 44% mit weissen Rebsorten bestockt.

Historischer Überblick

Die Genfer Rebberge blicken auf 2000 Jahre Geschichte zurück und wurden vermutlich von den Römern gegen 50 n. Chr. angelegt, mit Rebstöcken, die aus dem Süden Frankreichs stammten. Im 18. Jahrhundert war der Rebbau die wichtigste agrarische Einnahmequelle. Die meisten Reben wurden wild durcheinander angepflanzt, die Rebsorten gemischt und ohne Rebreihen, erneuert wurden sie mittels Vergruben. Andere Rebstöcke wurden «en hutins» (oder «hautins») erzogen, also auf abgestorbenen, «crosses» genannten Bäumen emporwachsend oder an grossen Stickeln aufgebunden. Die «hutins» waren ausschliesslich mit Salvagnin bestockt (dies der lokale Name für Pinot Noir).

Die Weinregion Genf genoss bis ins 19. Jahrhundert einen guten Ruf, doch die Ankunft des Falschen Mehltaus, der Phylloxera (die 1871 in Genf erstmals in der Schweiz auftauchte) und vor allem die Konkurrenz durch die französischen Weine, gefördert durch die Entwicklung der Eisenbahn, führte zum Niedergang und zu einem miserablen Ruf, der Genf mehr als ein Jahrhundert lang anhaften sollte. Glücklicherweise erlebte der Genfer Weinbau in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine wahre Qualitätsrevolution. Zu verdanken war sie einer neuen Generation brillanter Önologen wie Jean-Pierre Pellegrin, Jean-Michel Novelle, Nicolas Bonnet oder Jean Hutin, die längst zur helvetischen Elite gehören.

Terroir

Die Genfer Weinbauterroirs wurden 2007 vom Team rund um Stéphane Burgos an der Ingenieurschule Changins genauestens untersucht und kartografiert. Diese Studien zeigten, dass 63% des Kantons von Kalkböden bedeckt sind, gefolgt von Braunerdeböden mit 21% und Schwemmlandböden mit 8%. Die häufigsten geologischen Substrate sind Moränen, Ablagerungen von Gletschern, Seen und Flüssen sowie Molasseformationen (Sandstein und Mergel). Dabei darf man nicht vergessen, dass die pedologische Vielfalt im kleinen Massstab oft sehr gross ist, denn insgesamt wurden 250 unterschiedliche Bodentypen identifiziert.

Appellationen

1988 spielte Genf eine Pionierrolle und führte als erster Schweizer Kanton eine AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) ein, um mengenmässige und qualitative Restriktionen bei der Weinernte umzusetzen.

Genfer Weinkarte

Die AOC Genf umfasst auch 22 AOC Premiers Crus, beispielsweise: Coteau de la Vigne blanche, Coteaux de Dardagny, Château du Crest oder Coteau de Peissy.

Seit 2010 ist Satigny mit 488 ha zur grössten Rebbaugemeinde der Schweiz geworden, vor Chamoson im Wallis (406 ha). Dies dank Rebflächen, die auf französischem Territorium liegen, aber mittlerweile in die AOC Genf integriert wurden.

25 weisse Rebsorten

Aligoté, Altesse, Arvine, Auxerrois, Chardonnay, Charmont, Chasselas, Chenin, Doral, Findling, Gewürtzraminer, Johanniter, Kerner, Muscat, Pinot Blanc, Pinot Gris, Riesling, Riesling-Sylvaner, Sauvignon Blanc, Sauvignon Gris, Savagnin Blanc, Scheurebe, Sémillon, Sylvaner, Viognier

24 rote Rebsorten

Ancellotta, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Carminoir, Cornalin, Dakapo, Diolinoir, Divico, Dornfelder, Dunkelfelder, Galotta, Gamaret, Gamay, Garanoir, Grenache, Landot 244, Malbec, Mara, Marselan, Merlot, Mondeuse Noire, Pinot Noir, Plantet, Syrah

Typische Genfer Rebsorten

Im Gegensatz zu anderen Schweizer Weinregionen besitzt Genf keine einzige einheimische Rebsorte, vielleicht mit Ausnahme des Chasselas, dessen Ursprung am Lac Léman im weiteren Sinn liegt. Wir verfügen nur über sehr wenige Informationen zu den früher in Genf angepflanzten Rebsorten. Vor dem 19. Jahrhundert wurde nachweislich Chasselas kultiviert, der wie in der Waadt (und später im Wallis) Fendant genannt wurde, dann auch Pinot Noir unter dem Namen Salvagnin wie in der Waadt sowie Gamay unter der Bezeichnung Plant de la Dôle. Diese traditionellen Rebsorten wurden bereits 1820 im «Katalog der Obstbäume und Reben im botanischen Garten von Genf» des Genfer Botanikers Augustin Pyramus de Candolle erwähnt, ebenso in «Der Bauer des Kantons Genf» von Charles Jean Marc Lullin. Aufgeführt wurden darin auch die Mondeuse Noire und der Persan, zwei Sorten aus Savoyen, die in der zweiten Epoche reifen, also drei bis dreieinhalb Wochen nach dem Chasselas. Angesichts des Klimawandels wäre es vielleicht klug, diese historischen Sorten heutzutage wieder anzupflanzen.

Augustin Pyramus de Candolle.
Augustin Pyramus de Candolle.

 

Heute ist der Gamay die rote Hauptsorte (24% der Fläche), gefolgt von Pinot Noir und Gamaret, wobei Letzterer in den letzten drei Jahrzehnten reichlich angepflanzt wurde. Bei den weissen Sorten dominiert natürlich der Chasselas (21%), gefolgt von Chardonnay, Pinot Blanc und Sauvignon Blanc. Aligoté und Viognier, längst zu hochgelobten Genfer Spezialitäten geworden, bedecken nur 23 respektive 14 ha.

Genfer Rebsorten

 

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