Editorial Nr. 93 Wurzelecht

Die Phylloxera ist ein kleines Insekt amerikanischen Ursprungs, das die Wurzeln der europäischen Reben Vitis vinifera angreift. 1863 in Frankreich eingeschleppt, hat sich die Reblaus sehr rasch in der ganzen Alten Welt ausgebreitet und eine beispiellose Panik ausgelöst. Die Rebberge wurden auf spektakuläre Weise zerstört, sodass dringend Gegenmassnahmen gesucht waren. Da amerikanische Reben (die zu einer anderen Vitis-Art gehören als die europäischen) von Natur aus resistent sind gegen die Reblaus, fand man die Lösung im Aufpfropfen der europäischen Reben auf sogenannte amerikanische Unterlagsreben. So wurde fast die gesamte Rebfläche Europas zwischen Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts neu bepflanzt, eine gigantische Arbeit, die den Weinbau vor dem totalen Niedergang rettete.

Trotz der Ankunft der Reblaus blieben einige seltene Rebstöcke, Rebberge oder gar ganze Regionen dank meistens sandigen Böden oder geringem Lehmgehalt der Böden verschont, da diese die Entwicklung der Phylloxera verhindern. Diese Reben müssen folglich nicht auf amerikanische Rebstöcke aufgepfropft werden. Die Franzosen nennen diese Reben «franches de pied» oder «vignes françaises», die Italiener sprechen von Rebstöcken «a piede franco» oder «franco di piede», die Deutschen von «wurzelecht» oder von «unveredelten Reben» und die Engländer schliesslich von «ungrafted» oder «own rooted». Einige dieser Reben existierten bereits vor der Ankunft der Phylloxera, man spricht deshalb von «Prä-Phylloxera-Reben». Sie sind sehr selten und kostbar.

Revue Terroir Wurzelecht

Jacky Rigaux, Terroirexperte und Anhänger der geosensorischen Degustation, stellt uns die Vereinigung «Francs de Pied» vor. Ich habe die Ehre, zu deren wissenschaftlichem Komitee zu gehören. Rudolf Trefzer, renommierter Zürcher Journalist, reist mit uns nach Sardinien, in die Region des Carignano del Sulcis, der dank sandigen Böden wurzelecht ist, und präsentiert uns drei neue Weine. Ich habe das Vergnügen, die Problematik der Reblaus zu vertiefen, die Rebberge mit unveredelten Stöcken zu kartografieren und andere (neue und alte) Weine aus dem DIVO-Sortiment zu präsentieren, die von wurzelechten Reben stammen. Insgesamt sind es zwölf Weingüter, darunter sechs, die neu sind in unserem Portfolio (fett): St. Jodern Kellerei (Wallis, CH), Rudeles (Ribera del Duero, E), Perrin (Rhone, F), Cogno (Piemont, I), Bodegas Verum (E), Enrico Esu und Bentesali (Sardinien, I), Zambartas Wineries (CY), Gavalas und Kefallinos (GR), und Trinity Canyon (AM).

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