Analyse des Jahrgangs 2021

Einleitung

In diesem Jahrgang war nichts einfach, und wir blieben von kaum etwas verschont. Doch es ist auch diese Art Jahrgang, die mich zum Vibrieren bringt! Denn dank den Hindernissen, die Madame Natur uns in den Weg legt, entdecken wir unsere bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Unsere Dynamik und vor allem unsere Reaktivität, unsere Wahl und unsere Entscheidungen haben in diesem Jahr bei allen Etappen der Weinproduktion den Unterschied ausgemacht.

Jahrgang 2021 – schwarzer Frost und Pilzkrankheiten

Der Herbst 2020 und der darauf folgende Winter waren sehr kontrastreich. Der November zeigte sich sehr mild und feucht, mit einer Durchschnittstemperatur, die 1,5° C über dem Mittel lag. Der Dezember war der regnerischste der letzten zwanzig Jahre. Der Januar brachte eine kleine Kältespitze, doch im Allgemeinen war der Winter warm und feucht, mit Temperaturen, die im Februar 3,5° C über dem Mittel lagen. Stellen Sie sich vor: Ende März lag die Summe der Niederschläge seit Oktober 49% über den normalen Mengen dieser Jahreszeit! Die Kombination dieser Feuchtigkeit und der gestiegenen Temperatur führte zu einem frühzeitigen Austrieb der Reben Ende März. Unsere Merlot-Reben erwachten bereits aus ihrer Winterruhe und streckten ihre ersten Triebe durch das schützende, filzähnliche Haargeflecht.

In der Nacht vom 27. auf den 28. März werden unsere Rebberge im unteren Teil der Hänge verhängnisvoll getroffen…

Ohne jede Möglichkeit, etwas dagegen zu tun…

Der Frost ist schwarz, das heisst, die Temperaturen sinken sowohl in Bodennähe wie auch in der Höhe sehr tief. Der Himmel ist klar, und die Sonne scheint bereits von den frühesten Morgenstunden an heftig.

Die Verbrennungen sind vernichtend, und kaum hat die Saison begonnen, sind unsere Erträge nur noch rein hypothetisch.

Doch das ist noch nicht alles. In den Nächten vom 7. und 8. April wütet erneut der Frost, es gibt Schäden in all unseren Rebbergen auf verschiedenen Niveaus. Margaux ist stark betroffen, ebenso wie unser Gut Tayet in Flaujagues. Saint-Emilion dagegen zieht sich gut aus der Affäre (Tour Baladoz bleibt verschont, ½ ha in La Croizille ist in Mitleidenschaft gezogen).

Die ökonomischen Konsequenzen sind bereits absehbar, und dabei hat die Saison erst begonnen. Offen gesagt: Dieses Metier ist bisweilen unglaublich undankbar und riskant. Es vermag uns Momente der Freude, des Teilens, auch des aussergewöhnlichen Glücks zu bescheren, aber es kann uns auch in tiefste Verzweiflung stürzen. Der Frost hat die Bordelaiser Weinberge schwer getroffen, aber auch andere Weinregionen Frankreichs und des Auslandes (Italien, Spanien, Schweiz).

Im eher kühlen Monat Mai regnet es praktisch jeden Tag, dann folgt eine heisse, trockene Periode, genau zur rechten Zeit von Ende Mai bis Mitte Juni, was die Rebblüte begünstigt. Die Reben wachsen wie verrückt, wie wenn sie ihre Verspätung einholen wollten, was ihnen auch gelingt.

Der Juni bringt genügend Niederschlag. Juli und August bieten eine Temperatur, die 1° C unter dem Mittel liegt. Der Juli ist ein bisschen feucht, der August relativ trocken.
Bei dieser Beschreibung der klimatischen Besonderheiten können Sie sich vorstellen, dass der Druck durch Pilz­krankheiten während des ganzen Vegetationszyklus auf dem Höhepunkt ist. Genau hier sind unsere Entscheidungen und Aktionen in den Rebbergen von entscheidender Bedeutung, wenn wir den feindlichen Bedingungen trotzen wollen. Viel Blattarbeit (Auslauben, Ausbrechen, Entfernen der Geiztriebe usw.), Riesenanstrengungen zur Prophylaxe, um die Fruchtzone so gut wie möglich zu belüften, den Lichteinfall auf die Trauben zu begünstigen und so den Reifeprozess zu fördern. Diese anspruchsvollen und sehr kostspieligen Arbeiten, die rasch ausgeführt werden müssen, verlangen viel Personal.

Meiner Meinung nach haben wir genau in diesem Moment unseren Jahrgang gerettet. Es kommt nicht in Frage, sich dem Schicksal zu ergeben. Nie, niemals würde ich mich ergeben, ohne vorher alles versucht zu haben, um das Blatt zu wenden!

Jean-Michel Garcion dans son élément...
Jean-Michel Garcion in seinem Element...

Die Weinlese

Das wichtigste war trotzdem die Festlegung des Erntedatums, denn diese wenigen Tage, die wir gewonnen hatten, machten schliesslich den Unterschied aus. Die phenolische Reife ist ausschlaggebend, die Freisetzung und die Menge der Farbstoffe zeigten eindeutig, dass wir recht hatten. Wir begannen am 20. September mit der Weinlese in Flaujagues, in den sensibelsten Parzellen, und schlossen sie am 26. Oktober am selben Ort ab. Dank den Mitteln, die uns zur Verfügung standen (Maschinen und Mitarbeitende), konnten wir ohne Regen ernten und die schönsten Tage für die Weinlese auswählen.

Die Vinifikation

Die Vinifikation verlief reibungslos, die Extraktion war schnell, die Farbe bereits nach weniger als 48 Stunden Maischegärung extrahiert. Die Gärprozesse verliefen sehr aktiv, unterstützt von tiefen pH-Werten. Die Maischegärung war in der Regel recht kurz (etwa zwei bis drei Wochen), manchmal weniger, je nach Methode und gewünschtem Resultat. Das Abziehen verteilte sich auf drei Wochen, der biologische Säureabbau verlief in Margaux und Flaujagues sehr schnell, in Saint-Emilion dagegen etwas kapriziöser. Zwei-, ja sogar dreimaliges Umziehen in Folge befreite die Weine von den groben Hefen, und alle Jungweine waren noch vor Weihnachten in den Barriques.

Die Degustation

Heute präsentieren sich die Weine von ihrer besten Seite, weniger aggressiv als direkt nach der alkoholischen Gärung. Der biologische Säureabbau rundete die Säuren ab (das Niveau der Äpfelsäure war dieses Jahr besonders hoch, eine Charakteristik eher kühler Jahre). Die Farben sind sehr kräftig, mit ins Violett spielenden Rändern, die Buketts sind lebhaft und überborden buchstäblich vor roten Frucht- und Waldbeerennoten. Diese Frucht ist eingebettet in einen schönen Schmelz, bevor reife, in diesem Stadium des Ausbaus noch etwas «bissige» Tannine das Finale umhüllen. Die Länge der Weine ist verblüffend, die Frische im Finale sehr charakteristisch für unsere Weine, ganz besonders bei diesem Jahrgangstyp.

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